STUDY TOUR ALBANIEN auf Kläranlage Langenwang

Am 22. Juni 2022 durften wir 15 Teilnehmer im Rahmen einer Studientour aus dem Albanischen Ministerium, die Fa. SETEC,  Doz. Dipl.-Ing. Dr. Günter Langergraber und Dipl.-Ing. Dr. Florian Kretschmer von der BOKU auf unserer KLÄRANLAGE in Langenwang begrüßen.

Der Besuch wurde im Zusammenhang mit den Verhandlungen Albaniens mit der Europäischen Union hinsichtlich eines allfälligen EU-Beitritts geplant. Schwerpunkte waren die technische Unterstützung des „Ministeriums für Infrastruktur und Energie“ und der „Nationalen Agentur für Wasserversorgung, Kanalisation und Abfallinfrastruktur (AKUM)“.

Einige Themen und Fragen, die im Rahmen der Studienreise diskutiert wurden:

  • Prozesse Abwasserreinigung, Kläranlage und Schlammbehandlung, Technologie und Verfahren
  • Wann wurde die o.g. Richtlinie in Österreich in nationales Recht umgesetzt und wie hat sich diese bis heute entwickelt (Vorgehensweise) usw.? Wie hat sich das nationale Recht auf die Klärschlammmengen bzw. die zulässigen Schwermetallkonzentrationen ausgewirkt usw.?
  • Welche Entwicklungen gibt es bei der Klärschlammverwertung und wie sind die Aussichten für die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung in Österreich?
  • Investitionskosten, Betriebskosten und Finanzierung von Anlagen und Einrichtungen -mögliche Auswirkungen auf die Tarife. u.a.m. Anpassungen auf institutioneller Ebene: Klärschlammuntersuchung-Labor, Bodenuntersuchungen, Überwachungsbehörden, Zertifizierung, Transport/Entsorgung und Wiederverwendung von Klärschlamm.

Zuhause für Nützlinge

Am 20. Mai ist Weltbienentag. Ohne die kleinen fleißigen Insekten würde unsere Welt gar nicht funktionieren. Sie sind praktisch für alle Ökosysteme relevant und sorgen durch die Bestäubung für die Reichhaltigkeit der Nahrungskette. Saubermacher engagiert sich seit Jahren für die Artenvielfalt und nahm auch heuer wieder den Umweltaktionstag zum Anlass, durch das Verschenken von Bienenhotels auf den Schutz der Bienen aufmerksam zu machen.

Vielen Dank, dass auch der Mürzverband mit einem Insektenhotel überraschte wurde. Wir freuen uns sehr, Wildbienen, Schmetterlingen, Ohrwürmer, Florfliegen, Marienkäfern und anderen Nützlingen künftig ein Zuhause bieten zu können. Mit dem Insektenhotel wird zu einem kleinen Aufschwung in der Insektenwelt beigetragen. Nicht nur in der freien Natur, sondern auch auf unseren Anlagen und in Gärten helfen die vielen nützlichen Insekten dabei, das ökologische Gleichgewicht zu bewahren. Denn sie ernähren sich oft von Schädlingen oder deren Larven, andere wiederum bestäuben die Blüten der Nutzpflanzen und tun das auch dann, wenn Honigbienen aufgrund niedriger Temperaturen nicht fliegen.

Mürzverband ist Partner in Forschungsprojekt: Speicher-Kaskade MZ

Der erhöhte Bedarf an Strom und der vermehrte Einsatz neuer Technologien zur Stromgewinnung wie Photovoltaik und Windkraft, fordern eine gewisse Flexibilät für das Stromnetz. Dieses stabil zu halten ist somit eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Um dieser Herausforderung zu begegnen benötigt es nicht nur einen weiteren Netzausbau, sondern auch Speichersysteme und vor allem Messdaten, um eine zielgerichtet Steuerung des Netzes zu gewährleisten.

Mit dem österreichweit einzigartigen Forschungsprojekt Speicher-Kaskade MZ wird an einer Lösung gearbeitet. Es werden Batteriespeichersysteme auf unterschiedlichen Netzebenen der Stadt(werke) Mürzzuschlag implementiert, um durch die Messdaten ein integriertes Netzmonitoring zu ermöglichen. Dadurch werden umfassende Flexibilitäten geschaffen. Diese ermöglichen den weiteren Ausbau an Erneuerbaren Energieträgern und gewährleisten eine Notstromversorgung.

Das Forschungsprojekt wird von 4ward Energy Research GmbH, Stadtwerke Mürzzuschlag, Bluesky Energy GmbH sowie dem Wasserverband Mürzverband  und den Modellplanern von Venios GmbH mit finanzieller Unterstützung des Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) vorangetrieben.

„Wir sind auf einer Seite Energieproduzent, auf der anderen Seite haben wir auch Energiehunger und müssen fremd beziehen. Wir könnten diesen Teil mit Photovoltaik selbst erzeugen, nur können wir den Strom nicht dann verbrauchen, wenn wir ihn benötigen. Dazu braucht es Speicher. Außerdem haben wir die Verantwortung die die hygienischen Zustände für unsere Bürger sicherzustellen. Im Falle eines großflächigen Stromausfällen könnten wir diesen ohne Speicher nicht gewährleisten“, erklärt Geschäftsführer Andreas Zöscher.

Foto: Bernhard Hofbauer

 

Presseartikel
der regionalen Pressekonferenz vom 9. Mai 2022:

meinbezirk: Mürzer Stadtwerke leisten Pionierarbeit in der Stromversorgung

Kleine Zeitung: Mürzzuschlag will sein Stromnetz besser nutzen

 

Kommunal Impuls Award 2021

Quelle Foto: https://kommunal-impuls.at/impuls-2021

Die Stadtgemeinde Kapfenberg und der Mürzverband sind mit seinem Projektteam Gewinner in der Kategorie „Nachhaltigkeit“.

Am 15.09.2021 fand im Rahmen der Kommunalmesse in Tulln die Verleihung des Kommunal Impuls Award 2021 statt. Die Stadtgemeinde Kapfenberg und der Mürzverband wurden mit dem Projekt „Abwasser als erneuerbare Energiequelle“ zum Sieger in der Kategorie „Nachhaltigkeit“ gekürt.
Hier konnten Projekte eingereicht werden, die einerseits eine Entlastung unserer Umwelt (Luft, Wasser, Lärm, …) und damit unseres Klimas zum Ziel haben. Alternative und erneuerbare Energielösungen fallen in diese Kategorie ebenso wie sämtliche umweltfreundliche Mobiliätsformen und neue Konzepte kommunaler Beleuchtung. Dach- oder Gebäudebegrünungs- oder Renaturierungsmaßnahmen konnten ebenso eingereicht werden wie Projekte, die zum sogenannten „urban- gardening“ zählen – also die Anlage von gemeinschaftlichen (Gemüse-)-Gärten.

Das Projekt: „Kläranlage als lokale Energie- und Wärmezelle“
Unter Mitwirkung des Wasserverbandes Mürzverband, den Stadtwerken Kapfenberg, der Stadtgemeinde Kapfenberg gemeinsam mit den Forschungseinrichtungen AEE INTEC sowie der Universität für Bodenkultur Wien unterstützt durch die Österreichische Energieagentur, wurde untersucht, wie die in der Kläranlage verfügbare Wärme in die lokale Energieversorgung (Fernwärmenetz) eingebunden werden kann.
Die Idee für diesen innovativen Ansatz entstand im Zusammenhang mit der Erstellung des Sachbereichskonzepts Energie für die Stadtgemeinde Kapfenberg. Eine darauffolgende Machbarkeitsstudie bildete die Basis für die im Jahr 2020 gestartete Umsetzung. In 2 Ausbauphasen wird der Kläranlagen interne Bedarf an Niedertemperaturwärme über die Aktivierung der Wärme aus dem Abwasser gedeckt. Die Rückgewinnung und Verwertung dieser Wärme erfolgt dabei durch einen im gereinigten Abwasserstrom installierten Wärmetauscher und einer nachgeschalteten Wärmepumpe. Die überschüssige Hochtemperaturwärme, die durch Verwertung des Biogases aus der Klärschlammbehandlung im Blockheizkraftwerk der Kläranlage entsteht, wird damit freigesetzt und kann an das lokale Nahwärmenetz von Wohnanlagen abgegeben werden. Nach Fertigstellung des Projektes im Jahr 2022 wird damit im Sommer der gesamte und im Winter mindestens der halbe Wärmebedarf der Wohnsiedlung gedeckt werden. Dank des Projektes werden jährlich über 100 t CO2 Äquivalente eingespart.

Auszeichnung Landespreis Energy Globe STYRIA AWARD 2021

Foto: © Werner Krug, Quelle: https://www.energyglobe.at/steiermark

Frau Landesrätin Mag.a Ursula Lackner gratuliert Bürgermeister Fritz Kratzer und seinem Team herzlichst zur Auszeichnung mit dem Landespreis Energy Globe STYRIA AWARD 2021 beim Fokusthema GEBÄUDE!

“Die Energiewende zählt zu den wichtigsten und größten Herausforderungen unserer Zeit. Um diese zu gestalten ist es nicht nur wichtig, erneuerbare Energiequellen auszubauen, sondern auch die eingesetzte Energie effizient zu verwenden. Für eine erfolgreiche Energiewende benötigt es innovative Ideen in allen Bereichen unseres Lebens.
Der Energy Globe STYRIA AWARD zeichnet die zukunftsträchtigsten Ansätze aus und fördert damit den steierischen Innovationsgeist!“
Mag.a Ursula Lackner
Landesrätin für Umwelt, Klimaschutz, Energie, Regionalentwicklung (im Koreferat) und Raumordnung

“Verantwortungsvoll mit dem Thema Energie umzugehen heißt, sie effizient und sparsam einzusetzen. Die Umwelt zu schützen, das ist unsere Pflicht. Darum setzt die Energie Steiermark auf 100 % grüne Energie aus erneuerbaren Energiequellen. Für diese Werte stehen auch der Landespreis Energy Globe STYRIA AWARD und alle TeilnehmerInnen. Aus diesem Grund haben wir die Verleihung auch in diesem Jahr wieder gerne unterstützt.“
DI Christian Purrer und DI (FH) Mag. (FH) Martin Graf, MBA
Vorstand Energie Steiermark

Was ist der ENERGY GLOBE Award?
Der ENERGY GLOBE Award wurde 1999 vom österreichischen Energie-Pionier Wolfgang Neumann gegründet und ist heute der weltweit renommierteste Umweltpreis. Der Energy Globe Award zeichnet jährlich herausragende, nachhaltige Projekte mit Fokus auf Ressourcenschonung, Energieeffizienz und Einsatz erneuerbarer Energien aus. Ziel der Auszeichnung ist es, innovative und nachhaltige Projekte einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren, denn für viele unserer Umweltprobleme gibt es bereits gute, umsetzbare Lösungen. So wird das Bewusstsein für diese Projekte gesteigert und ein Multiplikatoreffekt erzielt. Alle Projekte, die unsere Ressourcen sparsam und schonend verwenden bzw. erneuerbare Energien nutzen, können teilnehmen. Die regionalen Siegerprojekte werden in den Bundesländern und national in Österreich in den fünf Award-Kategorien Erde, Feuer, Wasser, Luft, Jugend und einer Sonderkategorie ausgezeichnet. Anschließend werden die internationalen Siegerprojekte in den fünf Award-Kategorien Erde, Feuer, Wasser, Luft und Jugend in einer weltweit ausgestrahlten TV-Gala geehrt.

Das Projekt: „Kläranlage als lokale Energie- und Wärmezelle“
In Kapfenberg wird derzeit ein Projekt umgesetzt, bei dem Wärme aus der Kläranlage ausgekoppelt und in das Nahwärmenetz des neu entstehenden Wohnquartiers „Riverside“ eingespeist wird. Die Idee für diesen innovativen Ansatz entstand im Zusammenhang mit der Erstellung des Sachbereichskonzepts Energie für die Stadtgemeinde Kapfenberg. Die darauffolgende Machbarkeitsstudie, unter Mitwirkung des Wasserverbandes Mürzverband, den Stadtwerken Kapfenberg, der Stadtgemeinde Kapfenberg gemeinsam mit den Forschungseinrichtungen AEE INTEC sowie der Universität für Bodenkultur Wien unterstützt durch die Österreichische Energieagentur, bildeten die Basis für die im Jahr 2020 gestartete Umsetzung. In 2 Ausbauphasen wird der Kläranlagen interne Bedarf an Niedertemperaturwärme über die Aktivierung der Wärme aus dem Abwasser gedeckt. Die Rückgewinnung und Verwertung dieser Wärme erfolgt dabei durch einen im gereinigten Abwasserstrom installierten Wärmetauscher und einer nachgeschalteten Wärmepumpe. Die überschüssige Hochtemperaturwärme, die durch Verwertung des Biogases aus der Klärschlammbehandlung im Blockheizkraftwerk der Kläranlage entsteht, wird damit freigesetzt und kann an das lokale Nahwärmenetz der Wohnanlage abgegeben werden. Nach Fertigstellung des Projektes im Jahr 2022 kann damit im Sommer der gesamte und im Winter mindestens der halbe Wärmebedarf der Wohnsiedlung gedeckt werden. Dank des Projektes werden jährlich über 100 t CO2 Äquivalente eingespart.

 

Nominierung ÖGUT-Umweltpreis 2020

Bundesministerin Leonore Gewessler (BMK) gratuliert. Foto: © BMK / Cajetan Perwein

Die Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) hat zum 34. Mal Preise für herausragende technische und soziale Innovationen für Klima- und Umweltschutz vergeben. Eine unabhängige Expert*innen-Jury aus Wirtschaft, Verwaltung und Umwelt wählte aus 100 Einreichungen die Preisträger*innen in fünf Kategorien.

Der MÜRZVERBAND wurde in der Kategorie „Innovation und Stadt“ nominiert:

Innovation und Stadt
Die höhere Nutzungs- und Infrastrukturdichte in Städten birgt das Potenzial für eine sektorübergreifende Integration der Bereiche Energie, Verkehr, Gebäude, Wirtschaft und Landwirtschaft. In dieser Kategorie stehen Projekte im Zentrum, die Dekarbonisierungsstrategien im urbanen Umfeld für diese Bereiche entwickeln und vorantreiben. Das Preisgeld von 5.000 Euro wurde vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie zur Verfügung gestellt.

Energieraumplanung Kapfenberg

Projektkonsortium Energieraumplanung Kapfenberg
Abwasser enthält große, bisher oftmals ungenutzte Mengen an thermischer Energie. Die Abwärmenutzung aus Abwasser verfügt über eine hohe Multiplizierbarkeit und ist sowohl für den urbanen als auch den ländlichen Raum relevant. 2018 hat die Europäische Union dieses Potenzial erkannt und Abwasser aufgrund seines Wärmeinhalts als erneuerbare Energiequelle anerkannt.

Kläranlagen als Energiequellen
Die im Abwasser enthaltene thermische Energie stellt eine vielversprechende Energiequelle dar, die einen signifikanten Beitrag für die Energiewende und zum Klimaschutz leisten kann. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Nutzung des Abwassers über Wärmepumpen erfolgt, die mit erneuerbarem, vor Ort (gegebenenfalls direkt am Kläranlagenstandort) produziertem Ökostrom betrieben werden.

Mit Partizipation zur Energiewende
Die Umsetzung der Energiewende in einem lokalen Kontext kann als Aufgabe für eine Vielzahl an Akteur*innen verstanden und durch partizipative Herangehensweisen unterstützt werden. Im Projektkonsortium sind alle Beteiligten – relevante Akteur*innen vor Ort und Forschungseinrichtungen – vertreten. Auf dieser Basis gelang im Planungsprozess eine Verständigung auf konkrete Umsetzungsmaßnahmen. Mit der Einbindung potenzieller Energieabnehmer*innen wurde eine Initiative gesetzt, die das Verständnis und Bewusstsein für Abwasserenergienutzung als Baustein einer erneuerbaren lokalen Energieversorgung verbessert.

Projektkonsortium
Wasserverband Mürzverband – Betreiber der Kläranlage Kapfenberg
Stadtwerke Kapfenberg – Wärmeversorgung des Wohnprojekts „Riverside“
Stadtbaudirektion Kapfenberg – Begleitung des partizipativen Prozesses
AEE INTEC – technische Detailuntersuchungen und thermo-hydraulische Konzeption der Wärmeauskopplung
Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) – wissenschaftliche Begleitung der technischökonomischen-ökologischen Bewertung
Österreichische Energieagentur – Expertise in Abwasserwärmenutzung und Wärmetechnologie

Die Jury konnte vor allem die lokale Lösung (einfache Umsetzbarkeit) in Kombination mit einem partizipativen Prozess überzeugen.


vlnr. Monika Auer (ÖGUT), Florian Kretschmer (Universität für Bodenkultur Wien), Andreas Zöscher (Wasserverband Mürzverband). Foto: © Katharina Schiffl

vlnr. Monika Auer (ÖGUT), Andreas Zöscher (Wasserverband Mürzverband), Florian Kretschmer (Universität für Bodenkultur Wien). Foto: © Katharina Schiffl

 

 

Quelle: ÖGUT – Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik
https://www.oegut.at/de/initiativ/umweltpreis/2020/innovation-stadt-energieraumplanung-kapfenberg.php

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter:
http://www.muerzverband.at/waerme-aus-abwasser/

Broschüre „Pool – Nasses Vergnügen mit Verantwortung“

Die ersten Sonnenstrahlen steigern die Lust auf den Badespaß im eigenen Pool. Mit der Anzahl der privaten Schwimmbäder steigen jedoch die benötigten Trinkwassermengen aus der öffentlichen Wasserversorgung. Auch die richtige Dosierung von Schwimmbadchemikalien und die Entsorgung von Schwimmbadabwässern verlangen Wissen und einen sorgsamen Umgang.

Hier finden sich praktische Tipps und Hinweise für Gemeinden und Betreiber von privaten Schwimmbädern, damit Grundwasser, Oberflächengewässer und nicht zuletzt die eigene Gesundheit durch den Badespaß nicht beeinträchtigt werden:

Broschüre „Pool – Nasses Vergnügen mit Verantwortung“
Informationsblatt Schwimmbadabwässer
ÖWAV-Merkblatt Schwimmbadabwässer

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Abteilung 14 – Wasserwirtschaft, Ressourcen und Nachhaltigkeit unter der Adresse www.wasserwirtschaft.steiermark.at/pool.

Herausgeber der Info-Broschüre:
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Abteilung 14 – Wasserwirtschaft, Ressourcen und Nachhaltigkeit
Abteilung 15 – Referat für Gewässeraufsicht und Gewässerschutz

Daseinsvorsorge für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Der WV Mürzverband entsorgt jedes Jahr 9 Millionen Kubikmeter Abwasser der Bürgerinnen und Bürger im Mürztal.

Schmutzwasser, zum Beispiel aus der Waschmaschine, und Niederschlagswasser wird über hunderte kilometerlangen Kanalnetze abgeleitet und in den Kläranlagen gereinigt. Wir entsorgen und reinigen das anfallende Abwasser in unseren Kläranlagen zuverlässig, wirtschaftlich und nachhaltig. Damit das auch in Zukunft funktioniert, investieren wir jährlich über 5 Millionen Euro in den Betrieb, Erhalt und die Erneuerung der Abwasserinfrastruktur.

Seit März erleben wir durch die Corona-Pandemie tiefe Einschnitte im privaten und öffentlichen Leben. In dieser bisher nicht gekannten Situation zeigt sich einmal mehr deutlich: Kommunale Unternehmen tragen als Betreiber kritischer Infrastrukturen und Erbringer der verschiedenen Leistungen der Daseinsvorsorge eine besondere Verantwortung. Sie sorgen für Strom, Wasser, Wärme und entsorgen unsere Abwässer und Abfälle -und das rund um die Uhr, jeden Tag im Jahr, in Stadt und Land, sicher und bezahlbar. All das ist Daseinsvorsorge. Gerade in der gegenwärtigen Situation zeigt sich die Stärke und Leistungsfähigkeit unserer Kommunalwirtschaft.

Häufig wird die Daseinsvorsorge als Selbstverständlichkeit wahrgenommen. Aber auch in der Krise können sich die Bürgerinnen und Bürger auf ihre kommunalen Unternehmen verlassen. In dieser besonderen Situation, die bei Vielen aus nachvollziehbaren Gründen für Verunsicherung sorgt, haben gesicherte Ver- und Entsorgungsleistungen einen ganz besonderen Stellenwert. Daseinsvorsorge bedeutet auch ein Stück Normalität und vertrauter Alltag, die gerade in Krisenzeiten essentiell für die gesellschaftliche und individuelle Stabilität sind.

Video: Daseinsvorsorge in der Coronakrise in Österreich

Abwasserentsorgung trotz Corona-Pandemie gesichert

Österreichische Abwasserwirtschaft gerade in Krisenzeiten gefordert

Die aktuelle Entwicklung rund um die Corona-Pandemie stellt die öffentlichen Dienstleistungen insgesamt vor große Herausforderungen. Neben der Trinkwasserversorgung ist auch die Abwasserentsorgung systemrelevant und Teil der kritischen Infrastruktur. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Gemeinden und Abwasserverbände sorgen mit großem persönlichem Einsatz auch in diesen schwierigen Zeiten auf den Kanal- und Kläranlagen für ein reibungsloses Funktionieren der Abwasserentsorgung auf dem gewohnt hohen Niveau.

Teilweise im Notbetrieb und von der Allgemeinheit weitestgehend unbemerkt, verrichtet das Personal der Gemeinden und Abwasserverbände diese zentrale Aufgabe der Daseinsvorsorge und schützt damit die österreichische Bevölkerung vor weiteren gesundheitlichen Risiken. Ganz in Vergessenheit geraten ist die Tatsache, dass die Pandemien vergangener Jahrhunderte auf eine nicht vorhandene Abwasserentsorgung und den damit verbundenen hygienischen Missständen zurückzuführen waren.

Schutzvorkehrungen und Personalengpässe in der Abwasserwirtschaft

Die Aufrechterhaltung des Betriebs der Kanal- und Kläranlagen stellt Gemeinden und Verbände und deren Betriebspersonal jedoch vor große Herausforderungen. Vor allem die Personalplanung gestaltet sich in der Krise als besonders schwierig. DI Manfred Assmann, Geschäftsführer des Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverbandes (ÖWAV), hierzu: „Trotz der personellen Engpässe und verschärfter Sicherheitsbedingungen ist es erfreulicherweise gelungen, die Abwasserreinigung weiterhin ordnungsgemäß aufrechtzuerhalten. Um einen Ausfall der Anlagen aufgrund erkrankter MitarbeiterInnen zu verhindern, werden viele Anlagen im Schichtbetrieb geführt.“ Die Qualität der Abwassersammlung und der Abwasserreinigung unterliegt somit auch in der Krise keinen Einschränkungen.

Daseinsvorsorge Abwasserreinigung mit Unterstützung des Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverbandes (ÖWAV)

Der Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) nimmt seine zentrale Schlüsselposition als das Branchennetzwerk der österreichischen Abwasserwirtschaft wahr und steht seinen über 2.000 Mitgliedsorganisationen auch in Krisenzeiten uneingeschränkt zur Verfügung. „Die primäre Aufgabe des Verbandes ist es, unsere Mitglieder mit Informationen und Sachkompetenz zu versorgen und zu begleiten. Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist uns das ein besonderes Anliegen. Da fast alle kommunalen Abwasseranlagen im ÖWAV organisiert sind, können wir unsere Mitglieder über unser Netzwerk an ExpertInnen und PraktikerInnen mit aktuellen Informationen erreichen und unterstützen“, so ÖWAV-Präsident BR h.c. DI Roland Hohenauer.
Bereits seit Beginn der Pandemie in Österreich beschäftigt sich der ÖWAV intensiv mit der Thematik „SARS-CoV-2 im Abwasser“. Aktuelle Informationen für Betreiber von Abwasseranlagen werden laufend auf der Homepage des ÖWAV www.oewav.at veröffentlicht. Auch mittel- bis langfristig wird sich der ÖWAV mit dem Thema Corona auseinandersetzen, um seinen Beitrag zur Bewältigung der Krise zu leisten.

Klopapier-Alternativen verstopfen Kanäle und Pumpen

Die Corona-Krise verschärft jedoch unerwartet auch noch eine ganz andere Problematik. So führen die Hamsterkäufe von Klopapier in den letzten Wochen auch zu einer eklatant gestiegenen Nachfrage nach alternativen Hygieneprodukten, wie u.a. Feuchttüchern. Diese lösen sich allerdings im Wasser nicht rasch genug auf und verstopfen folglich Kanäle und Rohre. Im schlimmsten Fall drohen Pumpwerke auszufallen. Verstopfte Ableitungen können wiederum zum Rückstau des Abwassers in die sanitären Einrichtungen der betroffenen Wohnungen und Häuser führen. Der ÖWAV appelliert darum einmal mehr daran, derartige Hygieneartikel nicht über die Toilette, sondern fachgerecht über den Mülleimer zu entsorgen. Nicht nur, aber besonders während der Corona-Krise und in Zeiten von kurzfristiger Knappheit an Toilettenpapier gilt die Prämisse „Poo-Pee-Paper“ – nur menschliche Ausscheidungen oder normales Toilettenpapier darf über das WC entsorgt werden.
Auch aufgrund von Personalknappheit würde ein Ausfall von Pumpwerken während der Pandemie den uneingeschränkten Betrieb der Abwasserentsorgung stark beeinträchtigen. „Gerade bei kleinen Betreibern bestehen zur Schadensbehebung hohe Anforderungen an das Personal, welches in Zeiten der Corona-Krise ohnehin nur sehr eingeschränkt verfügbar ist“, betont der Vizepräsident des Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverbandes (ÖWAV) und Geschäftsführer des AWV Wiener Neustadt-Süd BR h.c. DI Dr. Wolfgang Scherz, MBA. Schon in Zeiten abseits der Krise entstehen für die Abwasserbetriebe durch die Entsorgung von ungeeigneten Hygieneartikeln in den Toiletten Kosten und Schäden in Millionenhöhe.

Abwasserbranche in Österreich – Zahlen und Fakten:

Im Durchschnitt sind 95 Prozent aller österreichischen Haushalte über Schmutz- und Mischwasserkanäle an das Kanalnetz angeschlossen. Davon liegen 93,5 Prozent im Zuständigkeitsbereich der Gemeinden und Verbände, 1,5 Prozent werden über Genossenschaften entsorgt. Die verbleibenden 5 Prozent der Haushaltsabwässer werden zudem über private Einzelanlagen, Senkgruben etc. entsorgt. Trotz des österreichweiten hohen Anschlussgrades gibt es dennoch Regionen, wo der Anschlussgrad nur bei 70-80% liegt. Daher sind auch Neuinvestitionen weiterhin dringend erforderlich.
Das öffentliche Kanalnetz misst zurzeit insgesamt fast 93.000 km. Die Abwässer werden in ca. 1.930 kommunalen Anlagen und rund 15.500 Kleinklärlagen gereinigt und behandelt. Mit einer Ausbaukapazität von fast 21,5 Mio. EW (Einwohnerwerte) im kommunalen und 10 Mio. EW im industriellen und gewerblichen Bereich leistet die Abwasserbranche einen zentralen Beitrag zum Gewässerschutz in Österreich. In österreichischen Haushalten werden durchschnittlich 130 Liter Wasser pro Kopf und Tag verbraucht. Derzeit sind rund 10.400 Personen im Abwassersektor beschäftigt.
Die Qualität der Abwassereinigung hängt stark vom Fachwissen und somit von der Qualität und der Ausbildung des Fachpersonals ab, der in Österreich großer Stellenwert durch ein entsprechendes Aus- und Fortbildungsangebot des ÖWAV beigemessen wird. Um eine kontinuierliche Know-how-Entwicklung beim Betriebspersonal und Weiterentwicklung von Technologie voranzutreiben, ist der Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) gemeinsam mit den Universitäten maßgeblich beteiligt.

Branchenbild Abwasser 2020

Im Jänner 2020 wurde das aktualisierte „Branchenbild der österreichischen Abwasserwirtschaft“ veröffentlicht, das einen kompakten, aktuellen Überblick über die Abwasserwirtschaft in Österreich gibt. Das Branchenbild wurde vom ÖWAV gemeinsam mit der Kommunalkredit Public Consulting GmbH (KPC) erstellt. Die interessierte Öffentlichkeit, die Abwasserbranche und insbesondere die Politik erhalten mit dem Branchenbild die Möglichkeit, sich über die Leistungen der österreichischen Abwasserwirtschaft, die Vielfalt ihrer Aufgaben und die aktuellen Herausforderungen an die Branche zu informieren. Das Branchenbild Abwasser 2020 steht auf der ÖWAV-Homepage https://www.oewav.at/branchenbild2020 zum Gratis-Download zur Verfügung. Die gedruckte Version kann kostenfrei beim ÖWAV angefordert werden.

Österreichischer Wasser-und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV)

Der Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) vertritt seit 1909 die Gesamtheit der Wasser-und Abfallwirtschaft in Österreich. Als gemeinnütziger Verein setzt er sich für die Erreichung der nachhaltigen Ziele auf nationaler und internationaler Ebene ein. Seinen über 2.000 Mitgliedern bietet der ÖWAV ein Netzwerk, eine neutrale und unabhängige Plattform aller fachlichen Kräfte mit hoher Sachkompetenz, die Informationen, Ausbildung und den Interessenausgleich in der österreichischen Wasser-, Abwasser- und Abfallwirtschaft anbieten oder suchen.
Als Informations- und Kommunikationsdrehscheibe stellt der ÖWAV seinen Mitgliedern Informationen zu technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen zur Verfügung und ermöglicht den Erfahrungsaustausch in den Bereichen Wasser-, Abwasser- und Abfallwirtschaft. Im Zentrum der Aktivitäten des ÖWAV steht die Organisation von Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen sowie das Erarbeiten von technischen Regelwerken für die Praxis (Regelblätter, Arbeitsbehelfe, Positionspapiere usw.).

Aussender: Österreichischer Wasser- und
Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV)
Ansprechpartner: Mag. Heidrun Schiesterl, MA
Tel.: +43 1 535 57 20 90
E-Mail: schiesterl@oewav.at
Website: www.oewav.at

Branchenbild der österreichischen Abwasserwirtschaft 2020

Der ÖWAV hat in Kooperation mit der Kommunalkredit Public Consulting GmbH (KPC) das „Branchenbild der österreichischen Abwasserwirtschaft 2020“ neu erstellt und herausgegeben.

Damit erhalten Sie die Möglichkeit, sich über die Leistungen der österreichischen Abwasserwirtschaft sowie die Vielfalt ihrer Aufgaben und die aktuellen Herausforderungen zu informieren. Weiters wird der volkswirtschaftliche Nutzen für Österreich beleuchtet und es werden die Leistungen der Branche für die Gesellschaft, das Erfordernis des Funktions- und Werterhalts der Anlagen und Netze sowie der damit verbundene künftige Investitionsbedarf aufgezeigt.

Die Publikation steht auf der Homepage des ÖWAV zum Gratis-Download zur Verfügung.

> Link zum Branchenbild 2020